Who kehrs

Heute war ein wunderbarer Frühlingssonntag und wir sind mit unserem Zwergi zum Spielplatz, auch um meinen letzten Elternzeit-Tag zu genießen… die Zeit war so wahnsinnig schnell um. Mittlerweile ist David den ersten Monat in der Kita, hat nach zwei Tagen auch das Laufen angefangen, weil alle anderen dort laufen ja schließlich auch. Und es gefällt ihm, der Sozialkontakt tut ihm gut und er freut sich jeden Tag drauf.

Angekommen am Spielplatz stürzen wir uns begeistert in den Sandkasten, das kürzlich gekaufte Sandspielzeug wird ausgiebig genutzt.

Natürlich sind bei dem schönen Wetter jede Menge andere Eltern oder Großeltern mit ihren Kindern da. Jüngere und schon etwas ältere Kinder spielen im Sand, an den Schaukeln, am Klettergerüst. Ganz normal also.

Für die kleineren steht in dem recht großen Sandkasten eine kleine Kletterburg mit einer kurzen, breiten Rutsche. Und natürlich, weil das Ding IM Sandkasten steht, ist da auch Sand drauf. Damit muss man rechnen.

Und als wir da in der Sonne im Sandkasten sitzen, unseren Zwerg beobachten und mit ihm buddeln und Förmchen stürzen, kommt da ein Papa mit großer Tüte und der kleinen, ganz in Pink gekleideten Prinzessin, die unbedingt rutschen möchte. Sie klettert sofort auf das Podest und steht erwartungsvoll da. Der Papa bremst jedoch und bittet um kurze Geduld… und ich dachte, ich föhn.

Der packt doch tatsächlich einen Handbesen aus und fegt das Podest. Und die Rutsche. Ich hab schon fest damit gerechnet, dass er noch nen Teppich am Fuß der Rutsche auslegt, damit Prinzesschen ja nicht mit dem Sand in Berührung kommt – hat er aber nicht. Ich war ja fast erstaunt.

Mein Mann und ich haben uns ungläubige Blicke zugeworfen und dem Sauber-Duo weiter unauffällig zugeguckt. Denn nach dem einmaligen Rutschen wenden sie sich der Sandkastenumrandung zu, auch hier wird wieder gründlich gefegt. Danach packt der Papa das scheinbar völlig neue Spielzeug aus und bittet das Töchterchen, doch Platz zu nehmen. Der Papa buddelt, baut Kuchen um Kuchen, löffelt dem Kind eine Sandkugel in eine Plastikeistüte und kehrt zwischendurch immer wieder sorgfältig den Sand in den Sandkasten.

Unser Kind löffelt derweil fröhlich Sand in Förmchen und Eimerchen, kippt das aus, sortiert mit spitzen Fingern Steinchen aus und gibt sie wahlweise mit einem fröhlichen “DA!” in unsere Hand oder versucht sie sich in den Mund zu stecken. Wir müssen ganz schön schnell sein, wenn wir keine Steinchen in den nächsten Windeln finden möchten…

Das Prinzesschen zieht sich derweil mit seinem Sandeis in eine kleine Holzhütte zurück und spielt dort leise mit sich selbst. Der Papa spielt allein im Sandkasten weiter…

Als die Sonne hinter den Bäumen verschwindet wird es kalt und wir packen zusammen. Wir schütteln nicht nur das Spielzeug aus, sondern klopfen auch das Kind ab und lassen gefühlte 15 Kilo Sand und Steinchen zurück.

Als wir an der mittlerweile verlassenen Stelle des Sauber-Duos vorbei kommen, könnte man von der Sandkastenumrandung beinahe essen, so rein gefegt ist dort …. machen wir aber lieber nicht, sondern wir schlendern entspannt mit unserem staubigen und glücklichen Kind nach hause, es gibt Abendessen, das Kind wird vorm Schlafengehen gründlich gereinigt und schläft dann wenig später geplättet aber seelig ein.

Hey, Mr. Sandman… bring me a dream… bomm bomm bomm bomm…

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