Vor längerer Zeit hatte ich mich auf die quälende Suche nach passenden Kopfhörern gemacht und landete am Ende bei maßangefertigten in-Ear-Otoplastiken.

Während der Suche probierte ich auch die AirPods von Apple aus. Die wären für mich Ideal gewesen, wenn sie denn funktioniert hätten. Zwar lassen sich die AirPods auch mit Android verbinden und theoretisch auch nutzen, allerdings konnten sie ohne ein iPhone nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen, was sich sowohl im Klang als auch in der Verbindungsqualität niederschlug. Ich bin davon überzeugt, dass die AirPods in Verbindung mit einem iPhone hervorragen funktionieren, was auch etliche Testberichte bestätigen. Nicht verwunderlich, schließlich sind sie eben nur für das iPhone gemacht.

Vor Kurzem entdeckte ich die “Stockholm” von Urbanista. Die Marke war mir bis dato unbekannt, aber das Portfolio machte einen guten Eindruck. Das Angebot besteht ausschließlich aus drahtlosen und kabelgebundenen Kopfhörern sowie Bluetooth Lautsprechern.
Der neueste Streich sind ebendiese Stockholm, die den AirPods optisch ähnlich sind und im Vergleich mit einem Kampfpreis daher kommen.

89 € werden verlangt und die true wireless Ohrhörer kommen sogar in vier verschiedenen Farben daher: rosa, dunkelgrün, schwarz und weiß.

Urbanista Stockholm in 4 Farben

 

Eine solche Farbauswahl bekommt man bei Apple nicht. Doch taugen die Kopfhörer auch was, obwohl sie nur knapp die Hälfte der AirPods kosten? Die kurze Antwort: JEIN!

Die Ohrhörer liegen bei mir gut und sicher im Ohr. Angst, sie zu verlieren, haben ich nicht. Dass sie Oberfläche nicht glatt sondern eher samtig matt ist, ist hier ein absoluter Vorteil, auch wenn man dadurch die Fettschmierer durch das natürlich im Ohr vorkommende Talgfett, besser sieht.
Natürlich kommt es hier auf den einzelnen Träger an, denn jedes Ohr ist anders und möglicherweise passen die Ohrhörer nicht jedem.

Der Klang ist okay. Ich habe im Vorfeld viele Kritiken gelesen, wie abartig schlecht der Klang sein solle. Aber ganz so schlimm ist es nicht. Es fehlen nur ein wenig die Bässe. Der Klang ist also nicht perfekt, aber grade noch so akzeptabel.

Beim Einschalten und Verbinden hört man eine Dame, die die Aktion mit “Power on” und “connected” bestätigt. Die klingt allerdings sehr gelangweilt. Aber das nur am Rande. 😉

Hin und wieder konnte ich kleine Störungen in der Verbindung feststellen. Meist dann, wenn ich mich zu weit von meinem Handy entfernte oder es sich in meiner Tasche und sich zu viel Material zwischen dem Smartphone und den Ohrhörern befindet. Das ist aber ein Umstand, den ich bereits bei anderen Bluetooth-Kopfhörern feststellen musste.

Kommen wir zur Bedienung. Und die ist unnötig kompliziert und leider nicht intuitiv. Jeder der beiden Ohrhörer hat einen Touch-Punkt der auf Fingerberührung reagiert.
Allerdings sind die Befehle nicht auf jeder Seite identisch.

Ein Doppeltipp auf der linken Seite pausiert und startet die Musik bzw. nimmt einen Anruf an und beendet ihn. Auf der rechten Seite startet man den Sprachassistenten.
Soweit so gut. Die Lautstärke regelt man durch einen einfachen Tipp auf der linken Seite zum leiser zu machen und auf der rechten Seite, um lauter zu machen.
Klingt erstmal logisch, ist aber unpraktisch. Denn zwischen jeder Lautstärkestufe muss man erstmal eine Pause machen, damit die Eingabe nicht als Doppeltipp erkannt wird. Das ist nervig.

Leider berührt man den Touch-Punkt auch einmal versehentlich, wenn man z.B. den Sitz kontrolliert oder die Hörer herausnehmen oder einsetzen will. Das nervt nach einiger Zeit, weil der Touchbefehl ungeplant passiert.

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich mit dem Chromebook im Zug und muss eine seltsame Erfahrung machen. Für gewöhnlich logge ich mich an meinem Laptop ein, indem ich den Fingerabdrucksensor meines Smartphones berühre und dieses dann per Bluetooth dem Chromebook mitteilt, dass der Login erfolgreich ist. Anschließend fragt das Chromebook per Bluetooth beim Smartphone nach einer Internetverbindung, woraufhin das Smartphone diese freigibt und (vermutlich) Zugangsdaten per Bluetooth mit dem Chromebook austauscht.
Während dieses Vorgangs musste ich feststellen, dass meine entspannte Musikbeschallung heftige Störungen aufwies, bis die Kommunikation zwischen Chromebook und Smartphone abgeschlossen war.
Mir ist unklar, woran das liegt, denn bei anderen Bluetooth-Kopfhörern hatte ich das bisher nicht.

Mein Fazit fällt dennoch nicht soo schlecht aus. Freilich bekommt man auch bessere Kopfhörer als diese. Dafür legt man aber in der Regel aber auch mehr Kohle auf den Tisch. Und die meisten Anwender hören den Unterschied vermutlich eh nicht oder nur minimal. Und wer großen Wert auf perfekten Klang legt, verzichtet in der Regel auf Bluetooth und greift gleich auf richtige Bügelkopfhörer zurück, weil die klanglich von solchen keinen Ohrstöpseln sowieso nicht übertroffen werden können.

Knapp 90 € ist jetzt sicherlich nicht “billig” für Bluetooth-Kopfhörer, aber dennoch günstiger als so manche Alternative. Und wer unterwegs nur ein bisschen Musik oder Podcasts hört oder YouTube und Netflix schaut, wird sicherlich nicht enttäuscht.

Wer jedoch etwas weniger Geld ausgeben möchte, bekommt für knapp die Hälfte dieses Preises auch die Urbanista “Berlin”. Die sind auch schön platzsparend, sind in verschiedenen Farben zu haben (Auch in Rainbow!) und haben lediglich ein Kabel von Ohr zu Ohr. Und die klingen sogar noch ein bisschen besser als die Urbanista Stockholm.

Fotos: URBANISTA AB, Dominik Sichling-Scharrer Urbanista hat mir das Produkt kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Beitrag spiegelt dennoch meine persönliche Meinug über das Produkt wieder.