Rock im Park: was bleibt ist Müll

Rock im Park ist bereits seit fast 2 Wochen wieder vorbei und wie jedes Jahr gibt es erneut die Diskussion über den Müll. Auch jetzt noch sind etwa 30% der Rock im Park Fläche noch immer nicht gesäubert, was nicht nur den Unmut des Bürgermeisters, sondern auch den der Anwohner schürt. Dabei hatte der Veranstalter Argo Konzerte in diesem Jahr sogar mehr Zeit bekommen, das Areal zu säubern. Wie es dort im Moment aussieht, kann man auf nordbayern.de in der Bilderstrecke nachsehen.

Und ja, das ist wahrlich kein schöner Anblick. Denn die feierwütigen Besucher hinterlassen allerhand Müll auf dem Gelände. Freilich ist der Veranstalter dazu verpflichtet, das gemietete Areal vom Müll zu befreien und in sauberem Zustand zurückzulassen. Doch liegt es alleine beim Veranstalter? Ich denke nicht.

Jeder Besucher von Rock im Park hat dazu beizutragen, den Platz auch wieder sauber zu verlassen. Doch leider schient es Gang und Gäbe zu sein, nach dem Motto “nach mir die Sintflut” abzureisen. Die Arbeit und die Kosten bleiben dann beim Veranstalter hängen, der dies dann mit steigenden Ticketpreisen kompensieren muss. Und darüber beschweren sich die Besucher ja gerne.

Früher gab es mal ein Müllpfand während des Festivals. Dies war im Eintrittspreis enthalten. Jeder Besucher bekam 2 Mülltüten und konnte diese am Ende des Festivals gefüllt wieder abgeben. Dafür gab’s dann das Müllpfand wieder zurück. In den Festivalinfos von Rock im Park ist nun aber zu lesen: “Ein Müllpfand wird nicht mehr erhoben, weil die damit verbundenen Angebote und Verpflichtungen nicht in ausreichendem Umfang wahrgenommen wurden.” Sehr schade und leider wenig ambitioniert.

Es gibt sogar einen Preis für den saubersten Campingplatz. Der “Umwelt Rocky” wird jedes Jahr an die Gruppe vergeben, die den Campingplatz am saubersten hinterlässt. Dies muss mit Vorher-Nachher-Bildern dokumentiert werden. Als Preis winkt eine schicke Trophäe, ein Merchandise-Paket und 6 Freikarten für Rock im Park im nächsten Jahr. Das sollte eigentlich Ansporn genug sein. Sollte man meinen.

Ist es leider nicht, wie man sieht, auch wenn ich den wenigen, die ihren Müll tatsächlich mitnehmen, kein unrecht tun will.

Bürgermeister Vogel sagt, er gehe in Sachen Sauberkeit keine Kompromisse ein: “Ich bin nicht bereit, in Sachen Sauberkeit Kompromisse einzugehen. Die Flächen sind wieder so herzustellen, wie sie waren.” Sollten die Aufräumarbeiten nicht bis Sonntag zur Zufriedenheit der Stadt erledigt sein, will diese selbst ein Unternehmen beauftragen und dem Veranstalter die Kosten in Rechnung stellen. Und dieser muss sich etwas einfallen lassen, wie er seine Gäste dazu bringt, mehr Ordnung zu halten. Doch tatsächlich sieht das aus Bürgersicht viel zu lasch aus. Die Rufe nach saftigen Strafgebühren für den Veranstalter werden laut. Andere fordern sogar, mit der Absetzung des Festivals zu drohen.

Wie wäre es mit einem Sauberkeitsaufschlag auf den Ticketpreis? 50 € oben drauf und wenn der Campingplatz dann nachweislich sauber hinterlassen wurde, gibt’s die 50 € zurück. Aber das muss halt jemand bei Abreise kontrollieren.

Eigentlich ist es schade, dass man sich überhaupt Maßnahmen überlegen muss, wie man die Besucher von Rock im Park dazu ermutigt, den Müll wieder mitzunehmen. Ich sehe das eigentlich als Selbstverständlich an.

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