Elterntaxi

Elterntaxi des Grauens

Diesen Artikel habe ich schon lÀnger geplant, aber gerade im Moment kocht die Diskussion wieder hoch. z.B. bei nordbayern.de

Dort beschwert sich ein Vater aus FĂŒrth darĂŒber, dass die Polizei derzeit verstĂ€rkt Verkehrskontrollen vor Schulen durchfĂŒhren und Strafzettel fĂŒr das Halten im absoluten Halteverbot erteilen will. Ja Mensch, was habt Ihr denn gedacht, was absolutes Halteverbot bedeutet!? Richtig, da darf man nicht halten. Absolut nicht! Auch nicht zum Aussteigen. Und auch nicht fĂŒr ein Bussi zum Abschied. GAR NICHT!

Und ĂŒberhaupt: Wieso mĂŒsst Ihr Eure Kinder zur Schule fahren!? Das soll ja das eigentliche Thema dieses Beitrags sein.

Das sogenannte Elterntaxi ist mir schon lĂ€nger ein Dorn im Auge. Ich beobachte das hĂ€ufig morgens am Bahnhof in Schnaittach, wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto zum Bahnhof fahren. Der schnaittacher Kernort ist nicht soo riesig. Man kommt von ĂŒberall in höchstens 20 Minuten zu Fuß zum Bahnhof. Selbst ich laufe diesen Weg tĂ€glich in etwa 14-15 Minuten.

Aber es geht noch schlimmer. Andere Eltern fahren ihre Kinder eben direkt bis vor die Schule. Aber vermutlich auch nur, weil es direkt vor dem Klassenzimmer keine ParkplĂ€tze fĂŒr SUVs gibt …

Die meisten Eltern meinen es vielelicht gut, aber wissen vermutlich nicht, was sie ihrem Kind damit antun. Sie erziehen ihr Kind damit zu einer Pfeife:

So arbeitet die Pfeife

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Gepostet von Profiler Suzanne Grieger-Langer am Sonntag, 26. August 2018

 

Diese Kinder lernen so nicht, wie man sich im Straßenverkehr verhĂ€lt. Denn sie mĂŒssen es ja auch nie anwenden. Macht ja Mama und Papa.

Und wir haben noch gar nicht vom Umwelt und Verkehrsaspekt gesprochen. Unnötige Autofahrten und somit unnötige AbgasausstĂ¶ĂŸe und verstopfte Straßen vor Schulen mit dutzenden Autos von ĂŒberfĂŒrsorglichen Eltern.

Aber warum tun Eltern das?

Den “armen Kleinen” wird offenbar nicht mal ein Fußweg von 10-20 Minuten zugetraut oder dass sie selbststĂ€ndig mit einem Bus fahren. Andere wiederum argumentieren mit einer zu schweren Schultasche.

Ich denke aber, das sind alles Ausreden. Die Schultaschen sind auch nicht schwerer als damals bei uns. Im Gegenteil: durch neue Bauweisen und Materialien wiegen die Taschen selbst schon weniger als frĂŒher, als die Dinger noch regelrechte KĂ€sten wĂ€ren. Den Kindern wird kaum mehr etwas zugemutet und Eigenverantwortlichkeit komplett abgesprochen. Das sind vermutlich genau die Eltern, die spĂ€ter bei einer schlechten Note eher den Lehrer dafĂŒr verantwortlich machen.

Gerne wird aber auch das Argument angefĂŒhrt, dass der Schulweg fĂŒr die Kinder nicht sicher sei. Freilich gibt es Gefahren. z.B. den Straßenverkehr. Aber die Kinder mĂŒssen eben auch lernen wie man sich im Straßenverkehr verhĂ€lt, damit es nicht zu UnfĂ€llen kommt. Ebenso mĂŒssen Eltern ihren Kindern auch beibringen, nicht mit Fremden mit zu gehen oder zu reden.

Man kann Kinder nicht vor allem in der Welt schĂŒtzen.
Aber man kann sie auf die Welt vorbereiten und sollte nicht versuchen, die Welt auf die Kinder vorzubereiten.

Wie war das bei uns?

Ich bin damals von Anfang an zur Schule gelaufen. Ab der ersten Klasse ging es also zu Fuß zur Schule (13 Minuten, 1,1 km). Die ersten Tage noch zusammen mit der Mama, damit man den Weg kennen lernt und danach alleine bzw. zusammen mit einer Klassenkameradin.

SpĂ€ter als ich die Schule wechselte, ging es zu Fuß zum Bus und dann mit Bus und U-Bahn zur Schule (26 Minuten). Ich hatte nie die Notwendigkeit, mich zur Schule fahren zu lassen. Ausnahmen gab es sicherlich, wenn man mal etwas fĂŒr ein Schulprojekt mitbringen musste oder wenn man wegen einer Verletzung nicht laufen konnte. Aber die Regel war das absolut nicht.

Meine Nichte wurde am 11. September eingeschult. Auch sie wird die ersten 2 Wochen noch zu Fuß zur Schule begleitet. Aber danach ist Schluss. Dann muss sie selbst zur Schule gehen (17 Minuten, 1,4 km).

3 Kommentare

  • Ich gehöre auch zu den Mamas, die ihre Kinder öfter in die Schule gefahren haben. Weil ich gleichzeitig in die Arbeit musste und es einfach auf dem Weg lag. Ja, die Schultaschen waren teilweise verdammt schwer. Und ja, sie wurden trotzdem selbststĂ€ndig und kommen auch im Strassenverkehr sehr gut zurecht. Der Schulweg in die Grundschule war mit etwa 3 km und einer 3/4 Std. relativ weit. Mittags sind sie in der Regel allein bzw mit Freunden heimgelaufen.
    Allerdings habe ich es vermieden, im Halteverbot zu halten.
    Und Ich machte keine Lehrer fĂŒr was auch immer verantwortlich. Im Gegenteil. Durch meine jahrelange Arbeit im Elternbeirat lernte ich viele wirklich engagierte Lehrer kennen und schĂ€tzen.
    Und auch spÀter in die höhere Schule, sind sie und oft auch Freunde, gerne mitgefahren. Es hat keinem geschadet.
    Aber wie gesagt, man muss absolut darauf RĂŒcksicht nehmen, dass kein anderes Kind irgendwie behindert wird, wenn das Auto parkt. Auch wenn es nicht im Halteverbot steht! Das ist das Problem, das Ich sehe und dass sie nicht ausschließlich hin- und heimgefahren werden, sondern schon auch öfter laufen.

    Antworten
  • Stimme nur noch zu 95% zu.
    An den Noten SIND die Lehrer schuld.

    Google zu dem Thema mal Sabine Czerny.

    Wie gesagt, sonst top.

    Antworten
  • Absolut, Deiner Meinung!
    👍👌✌â˜ș😏😉
    Auch ich bin mit dem Bus zur Schule gefahren&es hat wahnsinnig
    Spaß gemacht!
    😄
    Meine Freundinnen vor der
    Schule zu treffen!
    😎🍀💕đŸ‘ȘâœŠđŸ«
    Und spÀter dann, als es ins
    Gymnasium ging, da reservierte mir 1 aus der Realschule 1 Platz im Bus fĂŒr mich, die eben, wie gesagt, weder in meine
    Klasse ging, noch in meinem
    Dorf wohnte.
    So entstand eine
    Freundschaft, die ohne das
    Bus fahren niemals entstanden wÀre!
    😁
    Und, man 👀sich immer 2x, im
    Leben, – ….
    Jetzt habe ich sie als
    Mutter im
    Zwergen – Land, ( fĂŒr nicht Insider )
    Eine AktivitÀt, Àhnlich einer
    Krabbel- Gruppe, wieder getroffen!
    😆

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