Inzwischen werden viele sehr gute Serien nicht mehr nur für das lineare Fernsehen produziert, sondern zunehmend auch exklusiv für Streamingportale. Vorreiter sind da Netflix, die einige selbst produzierte Filme und Serien im Angebot haben. Sogenannte Netflix Originals. Das bekannteste Werk dürfte House of Cards sein, welches erst kürzlich wegen der Anschuldigungen gegen Kevin Spacey zusätzliche Publicity bekam.

Vor Kurzem wurde eine weitere Serie stark mit Plakaten beworben: Dark

Ich interessierte mich zunächst nicht dafür, eine weitere amerikanische Netflix-Poduktion zu sehen. Doch dann erfuhr ich, dass es sich erstmals um eine deutsche Produktion handelt. Die Handlung spielt nicht nur in Deutschland, sondern wurde auch hierzulande mit Teils bekannten deutschen Schauspielern gedreht.

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Jetzt war ich neugierig und wollte mich informieren. Schnell fand ich Seiten im Internet, die mir zwar grob beschrieben, worum es geht, aber schnell eine Spoilerwarnung aussprachen, sollte man weiterlesen.

Ab dem Moment war ich angefixt. Ich MUSSTE das sehen. Ich will hier nicht zu viel verraten. Dennoch hier eine kleine Einleitung:

Die Handlung spielt in der kleinen (fiktiven) Stadt Winden irgendwo in Deutschland. Das Atomkraftwerk dort ist Arbeitsplatz vieler Bewohner des Ortes. Zu Beginn sieht man einen Mann mittleren Alters, der einen Brief verschließt, auf dem die Worte “Nicht vor dem 4. November, 22:13 Uhr öffnen.” Anschließend erhängt sich der Mann.

Die Handlung springt einige Wochen vor und wir tauchen ein in das Leben der Protagonisten.

Ein Junge aus Winden ist seit einiger Zeit spurlos verschwunden. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Einige seiner Freunde beschließen, nachts die Windener Höhlen zu besuchen, weil dort angeblich das Hanf des verschwunden Jungen versteckt ist. Einer der Jungs hat seinen kleinen Bruder Mikkel dabei, da er ihn nicht alleine zuhause lassen kann. Nachdem aus der Höhle ein markerschütterndes Grollen ertönt, fallen die Taschenlampen der Kids aus und sie flüchten Hals über Kopf. Mikkel und Jonas stürzen dabei zu Boden. Jonas rafft sich wieder auf und rennt weiter. Mikkel ist jedoch verschwunden.

Es beginnt eine fieberhafte Suche nach dem Jungen, auch die Polizei ermittelt. Nach kurzer Zeit wird ein toter Junge gefunden. Allerdings ist es nicht Mikkel und auch sonst kennt oder vermisst diesen Jungen niemand. Der tote Junge hat starke Verbrennungen um die Augen und trägt Kleidung aus den 80ern. Zudem hängt ihm ein Pfennig mit einer Prägung von 1986 an einer roten Kordel um den Hals. Es tauchen immer mehr Ungereimtheiten und Fragen auf.

Im Laufe der Serie kommt immer mehr ans Tageslicht. Und schon bald stellt sich nicht mehr die Frage WO ist Mikkel?, sondern WANN ist Mikkel?

Besonders das Zeitreisethema und die Handlung in verschiedenen Zeitlinien machen “Dark” nicht nur spannend, sondern auch anspruchsvoll. Folge für Folge grübelt man über das Gesehene und die Zusammenhänge nach. Zudem entwickelt man Theorien über den Ausgang.

“Dark” ist eine absolute Empfehlung und ich hätte nicht gedacht, dass so guter Stoff aus Deutschland kommen kann. In den USA schlägt Dark sogar so gut ein, dass man die Serie dort sogar auf deutsch mit Untertitel schaut. (Wobei den Amerikanern erst einmal gezeigt werden musste, wie man die Originalsprache mit englischen Untertiteln einstellt) Dabei ist Dark in 5 Sprachen synchronisiert. Netflix hat bereits eine zweite Staffel in Auftrag gegeben.

Natürlich ist Dark exklusiv auf Netflix zu sehen. Wer keinen Account hat, kann die 10 Episoden aber auch gut während einer kostenfreien Probephase durchgucken. Ich empfehle aber durchaus kleine Pause zwischen den Episoden, um das Gesehene sacken zu lassen. 

Wer ungeduldig ist oder am Ende nicht alles verstanden hat, kann die Zusammenhänge auch auf der offiziellen Website nachlesen. Doch Vorsicht! Hier herrscht absolute Spoilergefahr!

Meine Bewertung:

Fotos: Stefan Erhard, Julia Terjung, Netflix