Seit ich Netflix-Kunde bin, wünschte ich mir hin und wieder auch ein paar alte TV-Serien ins Programm und teilte diese Wünsche dem Support auch regelmäßig mit. Wie sonst soll Netflix sonst erfahren, was die Nutzer sehen wollen? Und so flehte ich regelrecht darum, dass “Sabrina – Total verhext!” auf Netflix zu sehen ist.

Wie es scheint, wurden meine Gebete nun erhört … und missverstanden …

Seit dem 26. Oktober läuft “Chilling Adventures of Sabrina” auf Netflix. Eine modernisierte Neuauflage der Serie, die wir aus den späten 90ern von ProSieben kennen.

Ich mochte die Serie damals sehr gerne, denn sie war witzig und zugegeben, nicht sehr anspruchsvoll. Also perfektes Fernsehen zum Hirn abschalten. Sabrina war eine Halb-Hexe und lebte bei ihren Tanten Hilda und Zelda und ihrem sprechenden Kater Salem, der eigentlich gar kein Kater war, sondern ein vom Hexenrat in eine Katze verwandelter Hexenmeister. Doch er sorgte mit seinen bissigen Kommentaren immer wieder für Lacher in der Serie.

Die insgesamt 163 Episonden waren technisch eben ihrer Zeit entsprechend und eine typische jugendgerechte Sitcom für das Nachmittagsprogramm. Heute würde man über die Effekte sicher schmunzeln, ebenso, wie über die Animatronic-Puppe, die Salem verkörperte.

Gespielt wurde Sabrina von Melissa Joan Hart, die man zuvor auch aus der Jugendserie “Clarissa” kannte. Zuletzt sah ich sie in der Serie “Melissa & Joey”.

Etwas später wurde das Konzept unter dem Namen “Simsalabim Sabrina” in Form einer Zeichentrick-Serie neu aufgelegt. Die Charaktere sind allesamt wesentlich jünger und auch die Story ist eher für kleinere Kinder ausgelegt. Daher lieft die Serie ab der 2000er Jahre auf SuperRTL und später im DisneyChannel.

Nun gibt es die “dritte” Sabrina, die natürlich nicht mehr von Melissa Joan Hart verkörpert wird. Die ist schließlich schon 42 Jahre alt und geht nicht mehr so ganz als 16-jährige Hexe durch. Sorry. Stattdessen sehen wir nun Kiernan Shipka in der Hauptrolle, die optisch ein wenig Ähnlichkeit mit der jüngeren Emma Watson hat. Erscheint mir zumindest so.

Der Trailer verrät bereits, dass es in der Neuinterpretation von Netflix etwas düsterer zugehen wird. Nach dem Ansehen der ersten Episode kann ich das absolut bestätigen. “Chilling Adventures of Sabrina” ist keine Kinderserie mehr. (FSK 16) Überhaupt hat diese Version nicht mehr viel mit der altbekannten Serie gemeinsam.

Sabrina wird nun 16 Jahre alt und ihre satanische Taufe steht bevor. An diesem Tag wird sie eine richtige Hexe und soll die Akademie der unsichtbaren Künste besuchen. Im Gegensatz zur Originalserie muss sich Sabrina hier zwischen ihrem Hexenleben und dem Menschenleben entscheiden.
Sabrinas Tante Zelda erscheint in der neuen Fassung wesentlich strenger und gradezu bösartig. Während Hilda nach wie vor tollpatschig, sympathisch uns herzensgut rüberkommt.
Salem hingegen … existiert nicht. Zumindest nicht in der Form. Stattdessen gibt es nun den Cousin Ambrose, der vom Hexenrat zu Hausarrest verdonnert wurde. Salem hingegen ist lediglich eine Art Taufbegleiter.

Es ist schon abzusehen, worauf das hinausläuft. Die Serie wurde erwachsen und ist auch keine Sitcom mehr. Überhaupt sucht man Lachmomente vergebens.

Ich werde mir weitere Episoden ansehen und versuchen, mir ein differenzierteres Bild zu machen. Schlecht gemacht ist diese Neuauflage sicher nicht. Wenn man sich aber nur zu gut an das Original erinnert und auch zu sehr daran klammert, wird man definitiv enttäuscht.

Meine Bewertung: